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Preise & Kosten

CO2-Preis 2026/2027: Was auf Gaskunden zukommt

Von Redaktion WechselFabrik3 Min Lesezeit6. August 2026

Was ist der CO2-Preis und wer zahlt ihn?

Seit 2021 hat jede Tonne CO2 aus Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel in Deutschland einen Preis. Er startete bei 25 € pro Tonne und ist schrittweise gestiegen, 2025 lag er bei 55 €.

Bezahlt wird er nicht an einer eigenen Kasse: Ihr Gasversorger führt die Abgabe ab und legt sie auf den Gaspreis um. Sie zahlen den CO2-Preis also mit jeder verbrauchten Kilowattstunde, ob Sie ihn auf der Rechnung sehen oder nicht.

Für Mieter gilt seit 2023 eine Besonderheit: Die CO2-Kosten werden zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt, je schlechter der energetische Zustand des Gebäudes, desto größer der Vermieteranteil.

So viel kostet der CO2-Preis Sie 2026

2026 gilt ein Preiskorridor von 55 bis 65 € pro Tonne CO2. Für die eigene Rechnung reicht eine Faustformel: 10 € CO2-Preis je Tonne entsprechen bei Erdgas rund 0,2 Cent je Kilowattstunde. Beim Korridor 2026 sind das etwa 1,1 bis 1,3 Cent netto pro kWh.

Aufs Jahr gerechnet (netto, gerundet, Mehrwertsteuer kommt noch dazu):

  • Wohnung, 5.000 kWh: rund 55 bis 65 €
  • Reihenhaus, 12.000 kWh: rund 130 bis 155 €
  • Einfamilienhaus, 18.000 kWh: rund 200 bis 235 €
  • Großes Einfamilienhaus, 25.000 kWh: rund 275 bis 325 €

Wo Ihr Haushalt liegt, zeigt der Gasverbrauchs-Ratgeber nach Haushaltsgröße, und wer es genau wissen will, berechnet seinen Verbrauch selbst.

Was ändert sich 2027, und was erst 2028?

Hier kursiert viel Veraltetes, deshalb der aktuelle Fahrplan:

  • 2026: nationaler Preiskorridor von 55 bis 65 € pro Tonne.
  • 2027: Der Korridor bleibt als Übergangslösung bestehen. Die Bundesregierung will damit einen Preissprung verhindern.
  • Ab 2028: Der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS2) übernimmt. Ab dann bildet sich der CO2-Preis frei am Markt, ein staatlicher Deckel ist nicht mehr vorgesehen.

Wichtig einzuordnen: Der ETS2-Start wurde von 2027 auf 2028 verschoben. Ältere Artikel und Rechner, die für 2027 bereits Marktpreise annehmen, sind überholt.

Wie teuer kann es langfristig werden?

Seriös vorhersagen lässt sich der Marktpreis ab 2028 nicht, die Richtung schon: Die Menge der verfügbaren Zertifikate sinkt planmäßig, also dürfte der Preis steigen.

Gängige Prognosen für 2030 liegen zwischen 80 und 150 € pro Tonne, Umweltbundesamt und dena rechnen in ihren Basisszenarien mit rund 100 €. Mit der Faustformel übersetzt: 100 € pro Tonne entsprechen etwa 2 Cent je Kilowattstunde, für ein Einfamilienhaus mit 18.000 kWh also rund 360 € im Jahr, netto und nur für den CO2-Anteil.

Die CO2-Kosten werden damit vom Nebenposten zu einem der größten Bausteine der Gasrechnung.

Was können Gaskunden jetzt tun?

Dem CO2-Preis selbst können Sie durch einen Anbieterwechsel nicht entgehen, er ist staatlich festgelegt und in jedem Tarif gleich. Aber genau deshalb zählt der Rest des Preises umso mehr:

  • Tarif optimieren: Arbeits- und Grundpreis unterscheiden sich zwischen Anbietern erheblich. Wie der Wechsel geht, zeigt der Gasanbieter-Ratgeber, und wer nicht selbst vergleichen will, lässt die WechselFabrik dauerhaft optimieren.
  • Verbrauch senken: Jede eingesparte Kilowattstunde spart künftig doppelt, den Gaspreis und den steigenden CO2-Anteil obendrauf.
  • Langfristig planen: Wer ohnehin über Heizungstausch oder Sanierung nachdenkt, sollte die steigenden CO2-Kosten in die Rechnung aufnehmen. Sie sind der Posten, der in den nächsten Jahren am verlässlichsten wächst.

Häufige Fragen

Gilt der CO2-Preis auch für Strom?

Nein. Der nationale CO2-Preis betrifft Brennstoffe wie Erdgas, Heizöl, Benzin und Diesel. Die Stromerzeugung unterliegt einem eigenen, schon länger laufenden EU-Emissionshandel, dessen Kosten bereits im Strompreis stecken.

Müssen Mieter den CO2-Preis allein zahlen?

Nein. Seit 2023 werden die CO2-Kosten nach einem Stufenmodell zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt. Je schlechter die Energiebilanz des Gebäudes, desto mehr trägt der Vermieter, bis zu 95 Prozent.

Kann ich dem CO2-Preis durch einen Anbieterwechsel entgehen?

Nein, er ist in jedem Gastarif identisch enthalten. Ein Wechsel lohnt sich trotzdem, denn bei Arbeitspreis und Grundpreis sind die Unterschiede zwischen den Anbietern oft größer als der gesamte CO2-Anteil.

Wie hat sich der CO2-Preis bisher entwickelt?

Gestartet 2021 mit 25 € pro Tonne, dann schrittweise erhöht auf 45 € (2024) und 55 € (2025). Seit 2026 gilt der Korridor von 55 bis 65 €.

Was ist ETS2?

Der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr. Er startet 2028 und ersetzt die deutsche Festpreis-Systematik durch einen Marktpreis, der sich aus Angebot und Nachfrage der Zertifikate ergibt.

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