E-Auto zuhause laden: Stromkosten, Tarife und die Wallbox-Anmeldung
Was kostet das Laden zuhause?
Ein E-Auto verbraucht inklusive Ladeverlusten etwa 16 bis 20 kWh je 100 Kilometer. Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 30 Cent kostet die Strecke also ungefähr 5 bis 6 €, ein vergleichbarer Benziner liegt mit sieben Litern Verbrauch beim doppelten Betrag und mehr.
Aufs Jahr gerechnet: Bei 10.000 Kilometern kommen 1.600 bis 2.000 kWh zusätzlich auf Ihre Stromrechnung, also 480 bis 600 € beim Durchschnittspreis. Ihr Haushalt rückt damit eine ganze Verbrauchsklasse nach oben, was beim nächsten Tarifvergleich wichtig wird: Mit dem höheren Verbrauch rechnen sich andere Tarife als vorher.
An öffentlichen Ladesäulen zahlen Sie meist deutlich mehr als zuhause. Wer überwiegend an der eigenen Wallbox lädt, fährt darum am günstigsten.
Brauche ich einen speziellen Autostromtarif?
Nein, aber je nach Fahrleistung lohnt sich der Blick. Drei Modelle stehen zur Wahl:
- Normaler Haushaltstarif: Die Wallbox hängt einfach am Hauszähler. Unkompliziert, kein Umbau, für Wenigfahrer meist die beste Wahl, sofern der Tarif insgesamt günstig ist.
- Separater Zähler mit Autostromtarif: Eigener Zähler für die Wallbox, oft mit günstigerem Arbeitspreis, dafür zweiter Grundpreis und Umbaukosten. Rechnet sich erst bei hoher Fahrleistung, die Logik ähnelt dem klassischen Nachtstrom-Modell.
- Dynamischer Tarif: Stündliche Börsenpreise plus automatisiertes Laden in günstigen Stunden, das größte Sparpotenzial für Flexible. Ob das zu Ihnen passt, klärt der Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen.
Was bringt der § 14a-Rabatt bei den Netzentgelten?
Seit 2024 gelten neue Wallboxen mit mehr als 4,2 kW als steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG. Das ist ein Tauschgeschäft mit dem Netzbetreiber:
- Sie geben: Der Netzbetreiber darf die Ladeleistung bei akuter Netzüberlastung vorübergehend drosseln, auf mindestens 4,2 kW. Damit lädt das Auto weiter, nur langsamer, im Alltag merken das die wenigsten.
- Sie bekommen: reduzierte Netzentgelte. Entweder als Pauschale (je nach Netzgebiet grob 110 bis 190 € pro Jahr) oder als prozentualer Rabatt auf den Netzentgelt-Arbeitspreis.
Für die stundengenaue Abrechnung und die Steuerung braucht es perspektivisch ein intelligentes Messsystem. Wer eine neue Wallbox installiert, bekommt den Rabatt nicht automatisch aufs Konto, er läuft über Ihren Stromanbieter bzw. die Netzentgelte, ein Blick auf die Jahresabrechnung lohnt also.
Wallbox anmelden: So läuft es ab
Jede private Wallbox muss beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet werden, bis 12 kW genügt die Anmeldung, darüber ist eine Genehmigung nötig. Die gängigen 11-kW-Wallboxen sind also nur meldepflichtig.
In der Praxis müssen Sie sich darum selten selbst kümmern: Die Installation gehört in die Hände eines Elektro-Fachbetriebs, und der erledigt die Anmeldung üblicherweise mit. Wichtig ist nur, dass es passiert, eine nicht angemeldete Wallbox kann Ärger mit dem Netzbetreiber und im Schadensfall mit der Versicherung geben.
Das größte Sparpotenzial: günstig laden statt einfach laden
Die Reihenfolge der Hebel, vom einfachsten zum größten:
- Günstiger Haushaltstarif: Der mit Abstand einfachste Schritt. Mit 2.000 kWh Mehrverbrauch wirkt jeder Cent Preisunterschied doppelt, ein Tarifvergleich nach der Anschaffung ist Pflicht, die Anleitung zum Wechsel steht bereit.
- § 14a-Rabatt mitnehmen: einmal einrichten, dauerhaft sparen.
- Zeitgesteuert laden: Wer mit dynamischem Tarif automatisch in günstigen Stunden lädt, drückt die Kilometerkosten noch einmal deutlich, teils unter die Hälfte des Durchschnittspreises.
Und wer den Tarifteil nicht selbst im Blick behalten will: Die WechselFabrik prüft für ihre Kunden jährlich, ob der Tarif noch zum gestiegenen Verbrauch passt, gerade nach der Anschaffung eines E-Autos die häufigste Stellschraube.
Häufige Fragen
Kann ich das E-Auto an der normalen Steckdose laden?
Im Notfall ja, dauerhaft nicht empfehlenswert. Haushaltssteckdosen sind für stundenlange Volllast nicht ausgelegt, das Laden dauert sehr lange und die Ladeverluste sind höher. Eine Wallbox ist sicherer und effizienter.
Wann lohnt sich ein separater Zähler für die Wallbox?
Erst bei hoher Fahrleistung. Der günstigere Arbeitspreis muss den zweiten Grundpreis und die Umbaukosten erst wieder hereinholen, rechnen Sie das mit Ihrer tatsächlichen Kilometerleistung durch.
Wie oft wird eine Wallbox nach § 14a wirklich gedrosselt?
Selten. Die Drosselung ist nur bei akuter Überlastung im lokalen Netz erlaubt und muss auf mindestens 4,2 kW begrenzt bleiben, damit lädt das Auto weiterhin, nur langsamer.
Muss ich meine Wallbox anmelden?
Ja, beim örtlichen Netzbetreiber. Bis 12 kW reicht die Anmeldung, darüber braucht es eine Genehmigung. Der installierende Elektro-Fachbetrieb übernimmt das in der Regel.
Wie viel Strom verbraucht ein E-Auto im Jahr?
Bei 10.000 Kilometern etwa 1.600 bis 2.000 kWh, inklusive Ladeverlusten. Das entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch einer sparsamen Einzelperson, zusätzlich zum bisherigen Haushaltsverbrauch.
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