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Preise & Kosten

Gaspreis-Prognose Winter 2026/27: Was jetzt auf Gaskunden zukommt

Simon PfeilVon Simon Pfeil, Kundenberatung & Prozesse4 Min Lesezeit15. September 2026

Was ist die Gaspreis-Prognose für den Winter 2026/27?

Das Vergleichsportal Verivox rechnet zum Jahreswechsel 2026/27 mit Preiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent für private Gaskunden. Grundlage sind zwei Entwicklungen, die sich gerade gleichzeitig zuspitzen: Der europäische Gas-Terminkontrakt (TTF) stieg bis zum 14. September 2026 zeitweise auf rund 84 Euro pro Megawattstunde — der höchste Stand seit Ende 2022, mit weiter steigender Tendenz. Gleichzeitig waren die deutschen Gasspeicher Anfang September laut Bundesnetzagentur nur zu rund 54 Prozent gefüllt, „deutlich unter den Vergleichswerten vergangener Jahre". Europaweit lag der Füllstand bei rund 66 bis 67 Prozent — der niedrigste saisonale Wert seit etwa 15 Jahren.

Wie sich diese Entwicklung seit dem Frühjahr aufgebaut hat, beschreiben wir ausführlich im Ratgeber zum Gaspreisanstieg 2026.

Warum steigen die Preise schon wieder?

Der Grund liegt erneut nicht am deutschen Markt selbst, sondern an der weltweiten Gasversorgung. Der Iran-Krieg mit der Blockade der Straße von Hormus belastet den Markt schon seit dem Frühjahr; inzwischen kommt eine Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch Huthi-Rebellen hinzu, die eine weitere wichtige Schifffahrtsroute für Flüssigerdgas betrifft. Gleichzeitig schränken Lieferengpässe aus Katar das Angebot ein, während Europa mit asiatischen Käufern um die verbleibenden LNG-Mengen konkurriert.

Weil die kurzfristigen Preise so hoch sind, lohnt sich die Einspeicherung für Händler gerade kaum — das erklärt zu einem Teil, warum die Speicher trotz des bevorstehenden Winters ungewöhnlich leer bleiben. Ein Kreislauf, der die Lage eher verschärft als entspannt.

Wie sicher ist diese Prognose?

Nicht sicher — es ist eine Prognose, keine Tatsache. Einzelne Analysten von Goldman Sachs halten laut Presseberichten sogar TTF-Preise von über 100 Euro pro Megawattstunde im Winter für möglich, sollten sich die Exporte aus dem Nahen Osten nur langsam erholen. Das ist ein Extremszenario, kein Basisfall. Ein milder Winter, eine Entspannung an einer der beiden Meerengen oder zusätzliche LNG-Lieferungen könnten die Preise ebenso schnell wieder dämpfen.

Was für die Plausibilität der Prognose spricht: Ähnliche Erwartungen haben sich 2026 bereits mehrfach bestätigt. Sowohl der Anstieg der Netzentgelte als auch der Rohstoffpreis-Schub seit Kriegsbeginn sind eingetreten, nachdem sie zunächst nur als Risiko galten.

Merken Sie schon jetzt etwas davon?

Ja, in zweierlei Hinsicht. Zum einen kommen bei uns bereits jetzt Kundinnen und Kunden proaktiv auf uns zu, die einen Wechsel frühzeitig in die Wege leiten wollen, um sich gegen mögliche Erhöhungen später im Jahr abzusichern. Zum anderen sind viele der erwarteten Preiserhöhungen längst keine Prognose mehr, sondern bereits eingetretene Realität — wie die Fälle von MONTANA und Octopus Energy zeigen, die wir zuletzt dokumentiert haben. Entsprechend sehen wir schon jetzt Wechsel, die gezielt auf das neue Jahr ausgerichtet sind.

Betroffen sind dabei nicht alle gleich: Wer in einem laufenden Festpreisvertrag mit Preisgarantie steckt, ist bis zum Laufzeitende abgesichert. Spürbar wird es vor allem in der Gas-Grundversorgung und bei variablen Tarifen.

Was können Sie jetzt tun?

Ob sich ein Wechsel schon jetzt lohnt, hängt von Ihrem aktuellen Vertrag ab — pauschal vorziehen lohnt sich nicht für jeden, gerade wer bereits eine laufende Preisgarantie hat. Für alle anderen gilt: Je früher Sie sich einen Festpreis sichern, desto besser sind Sie gegen die erwartete Erhöhung zum Jahreswechsel abgeschirmt.

Die eigentliche Wechselabwicklung dauert dabei nach wie vor meist nur kurz — vorausgesetzt, alle übermittelten Daten und Angaben zur aktuellen Belieferung stimmen. Genau das übernehmen wir für Sie: Wir prüfen Ihren aktuellen Tarif, vergleichen den Wechsel des Gasanbieters über den gesamten Markt und kümmern uns um Kündigung, Fristen und Anmeldung. Bezahlt werden wir nur im Erfolgsfall mit 30 Prozent der tatsächlich erzielten Ersparnis — lohnt sich ein Wechsel für Sie nicht, sagen wir Ihnen das genauso offen.

Häufige Fragen

Ist die Prognose von 10 bis 20 Prozent verlässlich?

Es ist eine Markteinschätzung von Verivox, keine Garantie. Sie beruht auf aktuell hohen Großhandelspreisen und niedrigen Speicherständen — beides kann sich bis zum Winter noch ändern, in beide Richtungen.

Betrifft mich die erwartete Erhöhung, wenn ich schon eine Preisgarantie habe?

Nein, nicht während der Laufzeit. Eine bestehende Preisgarantie schützt Sie bis zu ihrem Ende vor Preissteigerungen — unabhängig davon, was am Markt passiert.

Lohnt es sich, jetzt schon vorsorglich zu wechseln?

Das kommt auf Ihre aktuelle Situation an. Wer in der Grundversorgung oder einem variablen Tarif steckt, sichert sich mit einem frühen Wechsel das aktuelle Preisniveau. Wer bereits eine laufende Preisgarantie hat, muss nichts tun.

Wie lange dauert ein Gasanbieterwechsel aktuell?

In der Regel weiterhin schnell — vorausgesetzt, alle übermittelten Daten und Angaben zur aktuellen Belieferung sind korrekt. Fehler oder unvollständige Angaben sind der häufigste Grund für Verzögerungen.

Woran erkenne ich, ob meine Gasrechnung bald steigt?

Am stärksten betroffen sind die Gas-Grundversorgung und Tarife mit variablem Preis. Steht in Ihrem Vertrag eine Preisgarantie mit Enddatum, sind Sie bis dahin unabhängig von der Marktentwicklung abgesichert.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell geprüft und gegebenenfalls Änderungen vorgenommen.

Simon Pfeil

Simon Pfeil · Kundenberatung & Prozesse

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