Zum Inhalt springen
Preise & Kosten

Gaspreise 2026: Warum Gas jetzt teurer wird — und was Sie tun können

Lucas BrauerVon Lucas Brauer, Kundenberatung5 Min Lesezeit31. August 2026

Warum steigen die Gaspreise gerade jetzt?

Gas kostet im August 2026 im bundesweiten Mittel 11,56 Cent pro Kilowattstunde. Im Februar waren es noch 9,4 Cent — ein Plus von 23 Prozent in einem halben Jahr. An den Großhandelsmärkten ist der Sprung noch deutlicher: Die Spotmarktpreise haben sich von rund 30 auf über 60 Euro je Megawattstunde verdoppelt.

Der Auslöser liegt nicht in Deutschland. Der Krieg mit dem Iran hat die Straße von Hormus faktisch blockiert — eine Meerenge, durch die etwa 20 Prozent des weltweit verschifften Flüssiggases laufen. Seit dem 8. April 2026 gilt zwar eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, in der Praxis liegt der Schiffsverkehr dort aber weiter deutlich unter dem Niveau vor der Krise. Wo LNG fehlt, wird der Rest teurer: Europa konkurriert seither noch stärker mit asiatischen Abnehmern um Gas aus den USA, Kanada und Australien.

Wie sich ein Gaspreis überhaupt zusammensetzt, steht im Ratgeber zum Gaspreis.

Wie stark trifft der Anstieg meine Gasrechnung?

Rechnen Sie mit gut 2 Cent mehr je Kilowattstunde. Was daraus wird, hängt allein an Ihrem Verbrauch:

  • 8.000 kWh (kleinere Wohnung): rund 170 Euro mehr im Jahr
  • 15.000 kWh (Einfamilienhaus): rund 300 Euro mehr im Jahr
  • 25.000 kWh (großes, älteres Haus): rund 540 Euro mehr im Jahr

Wo Ihr Haushalt ungefähr liegt, zeigt der Gasverbrauch nach Haushaltsgröße; genauer wird es, wenn Sie Ihren Verbrauch selbst berechnen — die Kilowattstunden stehen auf Ihrer letzten Jahresabrechnung.

Der Anstieg trifft dabei nicht alle gleichzeitig. Wer in einem Festpreistarif mit laufender Preisgarantie steckt, merkt zunächst gar nichts. Spürbar wird es in der Grundversorgung, in Tarifen mit variablen Preisen und überall dort, wo eine Preisgarantie in den nächsten Monaten ausläuft. Mieterinnen und Mieter sehen die höheren Preise meist erst mit einem Jahr Verzögerung in der Nebenkostenabrechnung — der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hat genau davor gewarnt.

Kommt im Winter noch mehr?

Möglich, sicher ist es nicht. Der wichtigste Frühindikator sind die Speicherstände: Am 17. August 2026 waren die deutschen Gasspeicher laut Bundesnetzagentur zu 50,1 Prozent gefüllt. Ein Jahr zuvor waren es zum selben Stichtag 66,9 Prozent — es ist der niedrigste Wert zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011. Als solide Ausgangslage für den Winterbeginn gelten 60 bis 70 Prozent.

Einzelne Marktbeobachter halten deshalb Großhandelspreise von 80 bis 100 Euro je Megawattstunde für möglich, was ungefähr einer Verdreifachung gegenüber dem Jahresanfang entspräche. Das ist eine Prognose, keine Tatsache: Ein milder Winter, eine stabile Lage an der Straße von Hormus oder zusätzliche LNG-Ladungen können die Preise ebenso schnell wieder drücken.

Von einer Versorgungskrise spricht in Berlin bisher niemand. Das Bundeswirtschaftsministerium fasst die Lage so zusammen: Eine angespannte Marktlage mit hohen Preisen sei noch keine Versorgungskrise. Es geht also nicht um die Frage, ob geheizt werden kann — sondern darum, was es kostet.

Was können Sie jetzt konkret tun?

Drei Dinge lohnen sich vor dem Winter, und zwar in dieser Reihenfolge:

  1. Vertrag prüfen: Welchen Tarif haben Sie, und bis wann gilt eine Preisgarantie? Das steht in der Auftragsbestätigung oder auf der letzten Jahresabrechnung.
  2. Abschlag prüfen: Wenn Ihr Preis steigt, der monatliche Abschlag aber gleich bleibt, wächst still eine Nachzahlung heran. Besser jetzt anpassen als im Frühjahr einen hohen Betrag auf einen Schlag nachzahlen.
  3. Preis vergleichen: Der Abstand zwischen einem alten, teuren Vertrag und einem aktuellen Angebot ist derzeit größer als üblich.

Wie groß dieser Abstand tatsächlich ist, sehen wir in unseren eigenen Wechselakten. Drei Gaswechsel aus dem Jahr 2026, nicht nach Schönwetter ausgewählt:

  • 8.826 kWh Jahresverbrauch: 238,71 Euro Ersparnis im Jahr
  • 11.000 kWh Jahresverbrauch: 181,85 Euro Ersparnis im Jahr
  • 31.108 kWh Jahresverbrauch: 2.523,03 Euro Ersparnis im Jahr

Die Spanne ist Absicht: Die Ersparnis hängt nicht am Verbrauch allein, sondern vor allem daran, wie teuer der bisherige Vertrag war. Der dritte Fall verbindet einen sehr hohen Verbrauch mit einem besonders teuren Alttarif — das ist die Ausnahme. Realistisch für einen normalen Haushalt ist die Größenordnung der ersten beiden Fälle, also rund 200 Euro im Jahr.

Lange dauert es auch nicht: Bei einem dieser Wechsel lag zwischen dem Auftrag am 19. März und der Vertragsbestätigung des neuen Versorgers der 9. April — knapp drei Wochen, in denen wir den Papierkram erledigt haben, während der eigentliche Lieferantenwechsel technisch nur noch 24 Stunden dauert. Wer den neuen Preis noch vor der Heizsaison will, stößt das besser im Spätsommer an als im November.

Lohnt sich jetzt ein Wechsel oder eine Preisgarantie?

Nicht für jeden. Wenn Sie in einem günstigen Festpreistarif mit Preisgarantie sitzen, die über den Winter hinausreicht, tun Sie am besten nichts — für genau diesen Fall sind Sie bereits abgesichert. Ein Wechsel lohnt sich, wenn Sie in der Grundversorgung stecken, einen variablen Preis zahlen oder Ihre Preisgarantie in den nächsten Monaten ausläuft.

Bei der Preisgarantie lohnt ein zweiter Blick: Sie kostet in der Regel einen Aufschlag gegenüber dem günstigsten Angebot ohne Garantie, und sie deckt fast nie den kompletten Preis ab, sondern meist nur den Energieanteil — Steuern, Abgaben und Netzentgelte bleiben außen vor. In einer so unruhigen Marktlage wie 2026 kann dieser Aufschlag trotzdem gut angelegt sein: Er kauft Planbarkeit über den Winter. Eine Zusage, dass Sie am Ende günstiger fahren als mit einem variablen Tarif, ist er nicht.

Den Vergleich müssen Sie dafür nicht selbst führen. Wir prüfen, in welchem Tarif Sie stecken und was ein Wechsel des Gasanbieters Ihnen konkret bringt — und übernehmen ihn dann komplett: Kündigung, Fristen, Anmeldung beim neuen Versorger, Kontrolle der Vertragsbestätigung. Ohne Gas sind Sie dabei zu keinem Zeitpunkt, die Belieferung läuft nahtlos weiter.

Bezahlt werden wir nur, wenn wirklich etwas für Sie herauskommt: 30 Prozent der tatsächlich erzielten Ersparnis, sonst nichts. Bei den 238,71 Euro aus dem Beispiel oben blieben gut 167 Euro im ersten Jahr bei Ihnen — ohne dass Sie einen einzigen Brief geschrieben haben. Und wenn Ihr Vertrag schon gut ist, sagen wir Ihnen das; dann bleiben Sie einfach, wo Sie sind.

Häufige Fragen

Darf mein Gasanbieter den Preis mitten im laufenden Vertrag erhöhen?

In der Regel ja, solange keine Preisgarantie läuft. Der Anbieter muss die Erhöhung aber rechtzeitig und in Textform ankündigen — üblich sind vier bis sechs Wochen vor Wirksamkeit. Mit dieser Ankündigung entsteht in der Regel ein Sonderkündigungsrecht, das unabhängig von der normalen Kündigungsfrist gilt. Im Zweifel prüft die Verbraucherzentrale das Schreiben für Sie.

Ich habe eine Preisgarantie — bin ich damit komplett sicher?

Nur teilweise. Die meisten Preisgarantien decken ausschließlich den Energieanteil ab. Steigen Netzentgelte, Steuern oder Abgaben, darf der Anbieter das trotzdem weitergeben. Prüfen Sie, ob in Ihrem Vertrag von einer „eingeschränkten Preisgarantie“ die Rede ist — das ist der Normalfall.

Sollte ich meinen monatlichen Abschlag jetzt freiwillig erhöhen?

Wenn Ihr Arbeitspreis gestiegen ist und der Abschlag unverändert blieb: ja. Der Abschlag ist nur eine Vorauszahlung auf den tatsächlichen Verbrauch — was Sie jetzt zu wenig zahlen, kommt mit der Jahresabrechnung auf einen Schlag zurück. Eine Anpassung nach oben kostet Sie unterm Strich nichts, sie verteilt die Kosten nur gleichmäßiger.

Lohnt sich ein Wechsel auch noch mitten in der Heizsaison?

Ja, der frühe Wechsel ist aber besser. Sie zahlen den neuen Preis erst ab Lieferbeginn — die teuren Wintermonate davor sind dann noch zum alten Tarif abgerechnet. Wer im Spätsommer wechselt, nimmt den neuen Preis für die komplette Heizperiode mit.

Woher weiß ich, ob ich in der Grundversorgung stecke?

Ein deutliches Indiz: Sie haben nie aktiv einen Gasvertrag abgeschlossen, wurden nach einem Umzug einfach beliefert, und auf der Rechnung steht der örtliche Stadtwerke- oder Regionalversorger. Der Tarifname enthält dann meist das Wort „Grundversorgung“ oder „Basis“. Diese Tarife gehören fast immer zu den teuersten am Markt.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell geprüft und gegebenenfalls Änderungen vorgenommen.

Lucas Brauer

Lucas Brauer · Kundenberatung

Neu im Team und mit vollem Einsatz dabei, Ihr Ansprechpartner für alle Fragen rund um Ihren Tarifwechsel.

Jetzt Ersparnis berechnen

Finden Sie in wenigen Sekunden den besten Tarif für Ihren Verbrauch.

Oder rufen Sie uns an: 0941 / 20607989