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Strom & Gas

Sabotage am Stromnetz: War meine Stromversorgung am 1. September gefährdet?

Lucas BrauerVon Lucas Brauer, Kundenberatung5 Min Lesezeit10. September 2026

Was ist am 1. September 2026 am Stromnetz passiert?

Am Abend des 1. September 2026, gegen 20 Uhr, kam es am Umspannwerk Rommerskirchen des Übertragungsnetzbetreibers Amprion (Nordrhein-Westfalen) zu einer Störung an mehreren Kraftwerksanschlussleitungen. Amprion selbst hält laut eigener Mitteilung eine Fremdeinwirkung für sehr wahrscheinlich — die genaue Ursache ist Gegenstand laufender polizeilicher Ermittlungen. Am selben Tag ereignete sich ein zweiter, möglicherweise damit zusammenhängender Vorfall beim Netzbetreiber 50Hertz nahe Jänschwalde in Brandenburg; ob beide Vorfälle koordiniert waren, prüfen die Ermittler weiterhin.

In der Folge des Vorfalls bei Amprion gingen fünf Braunkohleblöcke im rheinischen Revier mit zusammen 4.200 Megawatt Kraftwerkskapazität vom Netz — zum Zeitpunkt der Abschaltung speisten sie rund 3.000 Megawatt ein. Die Netzfrequenz fiel kurzzeitig auf 49,910 Hertz, und für mindestens 84 Minuten zeigte der deutsche Netzregelverbund eine deutliche Unterdeckung von über 500 Megawatt.

War meine Stromversorgung in Gefahr?

Nein. Amprion hat ausdrücklich erklärt, dass die allgemeine Stromversorgung und die Systemstabilität zu keinem Zeitpunkt gefährdet waren. Das deutsche Verbundnetz ist genau für solche Ausfälle ausgelegt: Fällt eine Erzeugungsquelle plötzlich weg, fangen andere Kraftwerke und der europäische Netzregelverbund das automatisch ab. Ihr Licht ist an diesem Abend nirgends ausgegangen.

Was tatsächlich ausschlug, war der kurzfristige Strommarkt. Am stärksten stieg der Preis für Ausgleichsenergie, mit dem die Übertragungsnetzbetreiber Abweichungen in den Bilanzkreisen von Händlern und Versorgern abrechnen: Er lag laut vorläufiger Schätzung um 20:45 Uhr bei rund 5.070 Euro pro Megawattstunde, etwa dem Zwanzigfachen des Börsenpreises, der am Vortag für diese Viertelstunde festgelegt worden war. Auch im kurzfristigen Intraday-Handel kostete Strom zeitweise fast 4.000 Euro pro Megawattstunde. Das sind Marktpreise für gut eine Stunde, kein Zeichen einer Versorgungskrise.

Wer hat die Preisspitzen eigentlich bezahlt?

Private Haushalte praktisch nicht. Bezahlt haben vor allem Stromhändler, Energieversorger und Unternehmen, die kurzfristig am Markt einkaufen oder einen eigenen Bilanzkreis führen. Wer in dieser Zeit mit seinem Bilanzkreis im Minus lag, musste die Differenz zu diesen Preisen ausgleichen.

Mit einem Festpreisvertrag haben Sie nichts gemerkt, Ihr Preis steht für die Laufzeit fest. In der Grundversorgung gibt es zwar keinen festen Preis, der Grundversorger darf seine Preise aber nur mit mindestens sechs Wochen Vorlauf ändern. Ein einzelner Abend landet so nicht unmittelbar auf Ihrer Rechnung. Und auch mit einem dynamischen Stromtarif waren Sie in aller Regel nicht betroffen: Diese Tarife geben den Day-Ahead-Preis der Strombörse weiter, und der wird bereits am Vortag gegen Mittag für jede Viertelstunde festgelegt. Die Preise für den Abend des 1. September standen also fest, bevor es zu dem Vorfall kam.

Das heißt nicht, dass dynamische Tarife kein Preisrisiko haben. Zwei aktuelle Fälle aus unserer Praxis: Bei zwei Kunden stieg der Arbeitspreis ihres dynamischen Tarifs um jeweils über 50 Prozent. In beiden Fällen konnten wir das mit einem Wechsel in einen stabilen Festpreistarif auffangen, bevor daraus ein Dauerzustand wurde. Bei der WechselFabrik halten wir dynamische Tarife deshalb bewusst aus der Vermittlung heraus: Gegenüber unseren 12-Monats-Festpreistarifen bieten sie in den allermeisten Fällen keinen erkennbaren Vorteil.

Muss ich mit weiteren Vorfällen rechnen?

Das können weder wir noch die Netzbetreiber seriös vorhersagen — die Ermittlungen zu Motiv und Urheberschaft beider Vorfälle laufen noch, eine gesicherte Einordnung gibt es aktuell nicht. Was sich sagen lässt: Das deutsche Stromnetz ist redundant ausgelegt und hat den Ausfall einer einzelnen Anlage in der Praxis genau so abgefedert, wie es soll — die Versorgungssicherheit selbst stand zu keinem Zeitpunkt infrage.

Was bleibt, ist die Preisvolatilität. Ein plötzlicher Ausfall am Abend trifft zunächst nur den kurzfristigen Handel. Hält eine Störung aber länger an oder ist eine knappe Lage schon am Vortag absehbar, fließt das in die Day-Ahead-Preise des nächsten Tages ein. Dann tragen Haushalte mit dynamischem Tarif das Risiko direkt mit, Haushalte mit Festpreis nicht.

Festpreis oder dynamischer Tarif: Was bedeutet das für Ihre Wahl?

Dynamische Tarife können sich lohnen, wenn Sie Ihren Verbrauch aktiv steuern können — etwa eine Wärmepumpe oder ein E-Auto gezielt in günstigen Stunden laden. Für den durchschnittlichen Haushalt ohne solche Flexibilität überwiegt dagegen das Risiko: Sie zahlen nicht nur in guten, sondern auch in teuren Stunden den Marktpreis, und der kann an knappen Tagen deutlich ausschlagen, ganz ohne eigenes Zutun.

Deshalb vermitteln wir bei der WechselFabrik bewusst keine dynamischen Tarife, sondern Festpreisverträge mit Preisgarantie: Sie kennen Ihren Strompreis über die gesamte Vertragslaufzeit im Voraus, auch wenn der Strommarkt über längere Zeit angespannt ist. Den passenden Stromanbieterwechsel übernehmen wir komplett für Sie, bezahlt wird nur im Erfolgsfall mit 30 Prozent der tatsächlich erzielten Ersparnis. Eine Randnotiz aus unserer täglichen Praxis, unabhängig vom konkreten Vorfall: Die Kommunikation vieler Anbieter bei Preisspitzen und Rückfragen ist nach wie vor häufig ein Problem — ein weiterer Grund, warum wir den Kontakt zum Anbieter für Sie übernehmen, statt Sie damit allein zu lassen.

Häufige Fragen

Wer war für die Sabotage am 1. September 2026 verantwortlich?

Das ist noch nicht geklärt. Die Ermittlungsbehörden prüfen mehrere Motiv-Richtungen, ohne bislang eine Täterschaft bestätigt zu haben. Wir geben hier bewusst nur den offiziellen Ermittlungsstand wieder und spekulieren nicht über Hintergründe.

War ich als Stromkunde in Gefahr, ohne Strom dazustehen?

Nein. Amprion hat ausdrücklich erklärt, dass die allgemeine Stromversorgung und die Systemstabilität zu keinem Zeitpunkt gefährdet waren. Betroffen waren nur die kurzfristigen Strommärkte, also der Intraday-Handel und die Ausgleichsenergie.

Ich habe einen Festpreisvertrag — betrifft mich der Vorfall überhaupt?

Nein, finanziell nicht. Mit einem Festpreisvertrag zahlen Sie den vereinbarten Preis, egal was an der Strombörse in einzelnen Viertelstunden passiert. Auch in der Grundversorgung schlägt so ein Abend nicht unmittelbar auf die Rechnung durch, weil der Grundversorger Preisänderungen mindestens sechs Wochen vorher ankündigen muss. Getroffen hat die Preisspitze vor allem Händler, Versorger und Unternehmen, die kurzfristig am Markt einkaufen.

Lohnen sich dynamische Stromtarife nach so einem Vorfall überhaupt noch?

Der Vorfall selbst ist kein Argument dagegen, denn dynamische Tarife richten sich nach dem Day-Ahead-Preis vom Vortag und waren davon nicht betroffen. Das grundsätzliche Preisrisiko bleibt aber: Für Haushalte, die ihren Verbrauch gezielt in günstige Stunden verlagern können, sind sie interessant. Für alle anderen nimmt ein Festpreisvertrag dieses Risiko komplett ab.

Wie oft kommt es zu solchen Vorfällen am deutschen Stromnetz?

Öffentlich bekannt gewordene, mutmaßlich gezielte Sabotageakte dieser Größenordnung sind bislang die Ausnahme. Das deutsche Verbundnetz ist so ausgelegt, dass es den Ausfall einzelner Anlagen automatisch abfedert, wie der Vorfall selbst gezeigt hat.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell geprüft und gegebenenfalls Änderungen vorgenommen.

Lucas Brauer

Lucas Brauer · Kundenberatung

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