Strompreis-Paradox 2026: Warum der Herbst teurer wird als der Winter
Von Christoph Hermann, Geschäftsführer & Gründer4 Min Lesezeit29. September 2026Warum wird Strom im Herbst 2026 teurer als im Winter?
An der Strombörse zeigt sich derzeit ein ungewöhnliches Bild: Terminkontrakte für die Lieferung im vierten Quartal 2026 (Herbst) notieren höher als die Kontrakte für das erste Quartal 2027 (Winter) — normalerweise ist es genau umgekehrt, weil der Winter mit Heizbedarf und dunklen Tagen üblicherweise die teuerste Saison ist. Fachleute sprechen bei dieser Umkehr von "Backwardation". Nach Presseberichten lagen die Herbst-Kontrakte zuletzt bei rund 142 Euro pro Megawattstunde, die Winter-Kontrakte darunter bei rund 135 Euro — die genauen Werte schwanken je nach Handelstag, die Richtung ist aber über mehrere Quellen hinweg bestätigt.
Drei Faktoren kommen dafür zusammen: In Frankreich, Europas größtem Erzeuger von Atomstrom, steht für den Herbst eine Wartungswelle an Kernkraftwerken an, die das Angebot an günstigem Atomstrom zeitweise einschränkt — verstärkt dadurch, dass die staatliche Festpreisregelung Arenh Ende 2025 ausgelaufen ist und französischer Atomstrom seither stärker zu Marktpreisen gehandelt wird. Dazu kommen Nachwirkungen des außergewöhnlich heißen Sommers 2026 mit hoher Klimaanlagen-Nachfrage sowie weiterhin niedrige europäische Gasspeicherstände, ein Thema, das wir bereits im Ratgeber zur Gaspreis-Prognose für den Winter eingeordnet haben.
Wie stark sind die Strompreise dadurch schon gestiegen?
Nach Daten von stromauskunft.de sind die günstigsten verfügbaren Neukundentarife bundesweit von rund 23,47 Cent pro Kilowattstunde im Junitief 2026 über 25,10 Cent (Juli) und 27,03 Cent (August) auf 29,93 bis 30,11 Cent (Stand 21./23. September 2026) gestiegen — ein Plus von rund 27,5 bis 28 Prozent seit dem Sommertief. Diese konkrete Zahlenreihe lässt sich trotz mehrfacher Weiterverbreitung letztlich auf eine einzelne Datenquelle zurückführen, weshalb wir sie hier als Trend und nicht als feststehenden Marktpreis einordnen. Andere Anbieter wie strom-report.com kommen mit einer anderen Methodik (Durchschnittspreis statt günstigster verfügbarer Tarif) auf andere absolute Werte, zeigen aber dieselbe Richtung.
Das reiht sich ein in eine Entwicklung, die wir bereits im Ratgeber zum Strompreisanstieg 2026 rund um den Iran-Krieg beschrieben hatten: Dort hatten sich die Preise über den Sommer wieder beruhigt — die aktuellen Herbst-Zahlen zeigen nun einen erneuten, eigenständigen Anstieg, diesmal ausgelöst durch die Terminmarkt-Lage rund um die französische Atomkraft statt durch die Gaskrise.
Lohnt sich ein Festpreisvertrag jetzt, oder sollte ich bis 2027 warten?
Aus Sicht unseres Teams ändert die ungewöhnliche Terminmarkt-Lage nichts an der grundsätzlichen Empfehlung: Wir raten weiterhin von Preisbindungen ab, die länger als zwölf Monate laufen — auch wenn das erste Quartal 2027 auf dem Papier günstiger aussieht. Niemand kann verlässlich vorhersagen, ob sich das bis dahin nicht wieder ändert, und eine kürzere Bindung erlaubt es, schnell auf neue Entwicklungen zu reagieren, egal in welche Richtung.
Genauso wichtig: Ein Wechsel des Stromanbieters lohnt sich nicht automatisch, nur weil gerade viel über steigende Preise berichtet wird. Sitzen Sie bereits in einem günstigen Festpreisvertrag mit Preisgarantie, merken Sie von den Ausschlägen an der Börse ohnehin wenig — und wir wechseln in diesem Fall grundsätzlich nicht, nur um zu wechseln.
Wie reagieren Kundinnen und Kunden aktuell — ein Praxisbeispiel
Bei uns ist der Anstieg deutlich zu spüren: Immer mehr Menschen ist bewusst, dass an vielen Stellen gespart werden muss, und die Energiepreise rücken dabei zunehmend in den Vordergrund. Weil sich viele nur ungern allein durch Tarife und Preisentwicklungen wühlen wollen, übernehmen wir diese Arbeit — und genau das wird gerade verstärkt nachgefragt.
Ein aktueller Fall aus unserer Praxis: Ein Kunde hat im September sowohl seinen Gas- als auch seinen Stromvertrag über uns verglichen. Beim Gasvertrag mit 12.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch stand am Ende eine Ersparnis von 256 Euro im Jahr, beim Stromvertrag mit 2.000 Kilowattstunden waren es 150 Euro — zusammen über 400 Euro, mitten in der aktuellen Herbst-Preisspitze erzielt. Den Wechsel des Gasanbieters und des Stromanbieters übernehmen wir komplett für Sie, inklusive Kündigung, Fristen und Anmeldung beim neuen Versorger. Bezahlt werden wir nur im Erfolgsfall mit 30 Prozent der tatsächlich erzielten Ersparnis — und wenn sich ein Wechsel für Sie nicht lohnt, sagen wir Ihnen das genauso offen.
Häufige Fragen
Ist es normal, dass Strom im Herbst teurer ist als im Winter?
Nein, das ist ungewöhnlich. Normalerweise ist der Winter wegen des höheren Heizbedarfs und der kürzeren Tage die teuerste Saison. Die aktuelle Umkehr ("Backwardation") geht auf eine Sondersituation bei der französischen Atomkraft, Nachwirkungen des heißen Sommers und niedrige Gasspeicherstände zurück.
Wie stark sind die Strompreise seit dem Sommer schon gestiegen?
Nach Daten von stromauskunft.de um rund 27,5 bis 28 Prozent seit dem Junitief 2026 — von rund 23,47 auf 29,93 bis 30,11 Cent pro Kilowattstunde für günstige Neukundentarife. Die genauen Werte hängen von der Datenquelle und Methodik ab, die Richtung ist aber eindeutig.
Sollte ich jetzt noch einen Festpreisvertrag abschließen oder bis 2027 warten?
Wir empfehlen weiterhin keine Preisbindung über zwölf Monate hinaus — auch nicht, weil das erste Quartal 2027 an der Börse günstiger aussieht. So bleiben Sie in der Lage, schnell auf neue Marktentwicklungen zu reagieren.
Was hat Frankreich mit meiner deutschen Stromrechnung zu tun?
Frankreich ist Europas größter Erzeuger von Atomstrom, der auch nach Deutschland exportiert wird. Eine für den Herbst geplante Wartungswelle an französischen Kernkraftwerken schränkt dieses Angebot zeitweise ein und wirkt sich dadurch auf die Preise am europäischen Strommarkt aus.
Lohnt sich ein Vergleich für mich überhaupt, wenn ich schon einen Festpreisvertrag habe?
Meistens nicht dringend. Läuft Ihre Preisgarantie noch, merken Sie von den aktuellen Ausschlägen wenig. Ein Vergleich lohnt sich vor allem, wenn Sie in der Grundversorgung stecken, einen variablen Tarif haben oder Ihre Preisgarantie bald ausläuft.
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell geprüft und gegebenenfalls Änderungen vorgenommen.

Christoph Hermann · Geschäftsführer & Gründer
Hat den Service aufgebaut und behält das große Ganze im Blick. Ihr direkter Ansprechpartner, wenn mal etwas nicht rund läuft.
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