Zum Inhalt springen
Preise & Kosten

Strompreisanstieg 2026: Was der Iran-Krieg mit Ihrer Stromrechnung zu tun hat

Christoph HermannVon Christoph Hermann, Geschäftsführer & Gründer4 Min Lesezeit3. September 2026Aktualisiert am 29. September 2026

Warum stiegen die Strompreise 2026 schon wieder?

Zwischen Februar und April 2026 sprang der durchschnittliche Neukundenpreis für Strom von 23,3 auf 26,8 Cent pro Kilowattstunde — ein Plus von rund 15 Prozent innerhalb von sechs Wochen. Der Auslöser lag nicht am deutschen Strommarkt selbst, sondern beim Gas: Der Krieg mit dem Iran hat die Straße von Hormus faktisch blockiert, über die rund ein Fünftel des weltweiten Flüssiggases läuft. Die Folge waren stark steigende Gaspreise — mehr dazu im Ratgeber zum Gaspreis.

Was Gas mit Strom zu tun hat, erklärt das sogenannte Merit-Order-Prinzip: An der Strombörse bestimmt in der Regel das teuerste noch benötigte Kraftwerk den Preis für den gesamten Markt. Gaskraftwerke erzeugen zwar nur rund 17 Prozent des deutschen Stroms, springen aber genau dann ein, wenn Wind und Sonne nicht reichen — und setzen in diesen Momenten überproportional oft den Preis. Steigt der Gaspreis, steigt über diesen Umweg auch der Strompreis, selbst wenn Sie selbst gar kein Gas nutzen.

Wie stark ist mein Haushalt betroffen?

Der April-Höchststand hat sich zunächst nicht gehalten: Nach dem Iran-bedingten Sprung auf 26,8 Cent pro Kilowattstunde beruhigten sich die Neukundenpreise über den Sommer wieder auf rund 24,8 Cent im August, nur noch rund 1,5 Cent über dem Vorkrisenniveau von Ende Februar. Seit September zieht der Markt jedoch erneut an — diesmal nicht wegen des Iran-Kriegs, sondern wegen einer ungewöhnlichen Terminmarkt-Lage im Herbst, die wir im Ratgeber zum Strompreis-Paradox 2026 einordnen.

Für einen Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeutete der Sprung auf den April-Höchststand rund 120 Euro mehr im Jahr gegenüber Februar; auf dem August-Niveau waren es nur noch rund 50 Euro. Betroffen sind vor allem alle, die 2026 neu abgeschlossen oder verglichen haben — wer schon vorher einen Festpreisvertrag mit Preisgarantie hatte, hat von den Schwankungen an der Börse bislang wenig gemerkt.

Frisst die Krise den Netzentgelt-Zuschuss wieder auf?

Zum Jahreswechsel 2025/2026 hat der Bund mit einem milliardenschweren Zuschuss aus dem Klima- und Transformationsfonds die Übertragungsnetzentgelte gesenkt — dieser Effekt war ein wichtiger Grund, warum der Wechsel aus der Grundversorgung Anfang 2026 besonders viel gebracht hat. Der Iran-Krieg hat diesen Effekt im Frühjahr zeitweise überlagert: Zwischen März und April war die Entlastung durch den Zuschuss auf dem Papier da, aber die gestiegenen Gaspreise haben sie kurzzeitig mehr als aufgezehrt.

Das war ein Zwischenhoch, kein Dauerzustand — im Sommer überwog der Zuschuss-Effekt wieder. Für den Winter zeichnet sich inzwischen ein neues Risiko ab, das mit dem Iran-Krieg nichts mehr zu tun hat: eine ungewöhnliche Terminmarkt-Lage, bei der Strom für den Herbst 2026 teurer gehandelt wird als für das erste Quartal 2027 — Hintergründe dazu im Ratgeber zum Strompreis-Paradox 2026. Der 2027 ohnehin schon gekürzte Netzentgelt-Zuschuss macht diese Gemengelage nicht einfacher.

Was können Sie jetzt tun — lohnt sich ein Wechsel oder eine Preisgarantie?

Aktuell ist ein guter Zeitpunkt zum Vergleichen: Die Preise sind wieder auf einem Niveau nahe der Vorkrisen-Werte, aber das Winterrisiko ist noch nicht eingepreist. Wer jetzt einen Festpreisvertrag mit Preisgarantie abschließt, sichert sich das aktuelle, wieder beruhigte Preisniveau gegen mögliche Ausschläge im Winter ab. Wer stattdessen auf einen dynamischen Tarif setzt, trägt das Marktrisiko selbst mit — bei einer Marktlage wie 2026 ist das eher etwas für Haushalte, die ihren Verbrauch aktiv steuern können, nicht für den Standardfall.

Was der Wechsel selbst bringt, sehen wir in unseren eigenen Zahlen: Je nach Verbrauch lag die Ersparnis bei Stromwechseln über die WechselFabrik 2026 zwischen 80 und 350 Euro im Jahr im Vorher-Nachher-Vergleich. Schnell geht es auch — bei der Hälfte unserer Wechsel steht der neue Vertrag innerhalb einer Woche, bei acht von zehn spätestens nach zwei Wochen; länger dauert es meist nur bei Rückfragen zu den Zählerdaten oder wenn ein neuer Versorger die Belieferung ablehnt.

Aus unserer Rechnungsprüfung eine ehrliche Beobachtung: Bei Bestandskundentarifen wird die Iran-bedingte Erhöhung tendenziell eher durchgereicht als die Entlastung aus dem Netzentgelt-Zuschuss automatisch weitergegeben. Wer seit 2025 nicht mehr verglichen hat, zahlt also wahrscheinlich beide Effekte in die falsche Richtung. Den Vergleich übernehmen wir komplett für Sie — Kündigung, Fristen, Anmeldung beim neuen Versorger. Bezahlt werden wir nur im Erfolgsfall mit 30 Prozent der tatsächlich erzielten Ersparnis; lohnt sich ein Wechsel bei Ihnen nicht, sagen wir Ihnen das auch.

Häufige Fragen

Warum wirkt sich der Gaspreis überhaupt auf meinen Stromvertrag aus, wenn ich gar kein Gas beziehe?

Über das Merit-Order-Prinzip an der Strombörse: Das teuerste noch benötigte Kraftwerk setzt den Preis für den gesamten Markt, und das sind in vielen Stunden Gaskraftwerke. Steigt der Gaspreis, steigt damit auch der Börsenpreis für Strom — unabhängig davon, welche Energieform Sie selbst zu Hause nutzen.

Sind die Strompreise jetzt wieder auf dem Stand von vor der Krise?

Fast. Nach dem Höchststand im April 2026 sind die Preise bis September wieder auf rund 24,8 Cent pro Kilowattstunde gefallen — nur noch rund 1,5 Cent über dem Februar-Niveau von 23,3 Cent. Der akute Schock ist damit größtenteils ausgeglichen, ein Restrisiko für den Winter bleibt aber bestehen.

Sollte ich jetzt lieber einen Festpreisvertrag oder einen dynamischen Tarif wählen?

Für die meisten Haushalte spricht die aktuelle Lage eher für einen Festpreisvertrag mit Preisgarantie: Sie sichern sich das beruhigte Preisniveau, bevor mögliche Winterrisiken erneut zuschlagen. Dynamische Tarife lohnen sich vor allem für Haushalte, die ihren Verbrauch gezielt in günstige Stunden verlagern können.

Wie schnell merke ich als Bestandskunde etwas von einer Preisänderung?

Das hängt vom Vertrag ab. Läuft eine Preisgarantie, merken Sie zunächst nichts. Ohne Garantie darf der Anbieter Preisänderungen weitergeben, muss das aber rechtzeitig und in Textform ankündigen — mit der Ankündigung entsteht in der Regel ein Sonderkündigungsrecht.

Wie lange dauert ein Stromanbieterwechsel aktuell wirklich?

Bei rund der Hälfte unserer Wechsel steht der neue Vertrag innerhalb einer Woche, bei acht von zehn spätestens nach zwei Wochen. Der technische Lieferantenwechsel selbst dauert seit 2025 sogar nur noch 24 Stunden — Verzögerungen entstehen fast ausschließlich durch Rückfragen zu Zählerdaten oder eine abgelehnte Belieferung.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt und anschließend redaktionell geprüft und gegebenenfalls Änderungen vorgenommen.

Christoph Hermann

Christoph Hermann · Geschäftsführer & Gründer

Hat den Service aufgebaut und behält das große Ganze im Blick. Ihr direkter Ansprechpartner, wenn mal etwas nicht rund läuft.

Jetzt Ersparnis berechnen

Finden Sie in wenigen Sekunden den besten Tarif für Ihren Verbrauch.

Oder rufen Sie uns an: 0941 / 20607989